Die Skoliose ist die Krankheit der Wirbelsäulen während des Wachstums, die zur ihrer Krümmung führt. Eine gesunde Wirbelsäule, von vorne betrachtet, ist gerade, d.h. sie hat die Form des Buchstabens „I“, im Gegensatz zu einer skoliotischen Wirbelsäule, die die Form des Buchstabens „S“ oder „C“ hat. Je nach dem Alter des Auftretens, dem Aussehen der Krümmung und dem Entwicklungsverlauf, existieren mehrere Formen von Skoliose.
Jugendskoliosen enstehen im Alter von 3 bis 10 Jahren, und sie sind den Adoleszenzskoliosen sehr ähnlich, aber sie sind komplizierter wegen der Tatsache, dass der Wachstumsabschluss weiter entfernt ist, was wiederum einen Einfluss auf den Grad der endgültigen Krümmung hat.
Adoleszenzskoliosen sind die meist auftretenden Skoliosen (fast 80% aller Skoliosen) und sie melden sich vor und während des Jugendalters, d.h. nach dem 10. Lebensjahr. Meistens treten sie bei Mädchen auf. Die Ursachen ihres Auftretens sind unbekannt, aber was man mit Sicherheit weiß, ist dass es eine bestimmte genetische Veranlagung gibt, und dass das Tragen von Taschen, Ernährung und Sportaktivitäten und Übungen oder keine Sportaktivitäten oder Übungen, sowie eine schlechte Haltung keinen Einfluss auf ihr Auftreten haben.
Skoliosen bei Erwachsenen sind sehr selten und meistens handelt es sich um unbehandelte Skoliosen aus der Kindheit oder neue Skoliosen wegen degenerativer Verkrümmung der Lendenwirbelsäule.
Die Skoliose ist eine Wachstumskrankheit, die keine Schmerzen verursacht, aber zur Deformierung der Wirbelsäule führt. Deswegen ist es nötig, ab dem Lebensalter von 8 – 9 Jahren, bis zum Abschluss des Wachstums (um das 14. Lebensjahr) alle 6-12 Monate systematische Rückenuntersuchungen bei Kindern durchzuführen, um rechtzeitig mögliche Deformationen zu entdecken.
Eine entsprechende Untersuchung eines Experten, der die anfängliche Phase der Fehlbildung erkennen kann, ist sehr wichtig. Die Untersuchung besteht aus der Analyse der Symmetrie der Schultern, dem Gleichgewicht oder Neigung des Oberkörpers, der Waagerechtgeit des Beckens, der Form des Brustkorbs, der Messung der Beinlänge, dem ''Beugungstest'' wobei der Patient sich bis zur Taille ausgezogen nach vorne beugt, so dass seine Hände und sein Kopf sich so weit wie möglich bis zum Boden beugen, während der Arzt den Rücken von hinten und von der Seite untersucht.
Falls bei der Untersuchung eine Deformierung entdeckt wird, ist eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule im Stehen nötig. Es sollte berücksichtigt werden, dass eine qualitätsvolle Untersuchtung die Anzahl der Röntgenaufnahmen reduziert und daher auch den Grad der Bestrahlung des Patienten. Aufgrund der Röntgenaufnahme wird die Form, die Stelle und der Grad der Krümmung bestimmt, sowie die Art der Skoliose oder anderer Deformierung und Risser Zeichen (die Zeit der übrigen Knochenmarkentwicklung).
Skoliosen befinden sich meistens im Brustbereich der Wirbelsäule, mit einer Krümmung nach rechts. Der Grad der Krümmung (der Cobb-Winkel) erfolgt aufgrund der Bestimmung des Winkels der Neigungslinie des oberen und unteren Wirbels, die am krümmsten sind.
Um die Skoliosediagnose zu stellen, muss der Cobb-Winkel größer als 10° sein. Bei der ersten Untersuchung ist es nicht möglich, zu bestimmen, ob sich die Krümmung verschlechtern wird. Daher muss die Untersuchung nach 4-6 Monaten bei der erneuten Röntgenaufnahme wiederholt werden.
Die häufigste Art der Behandlung von Skoliose ist die Überwachung des Wachstumabschlusses (2 Jahre nach dem Einsetzen der Periode bei Mädchen oder bis zum Auftreten ausgesprochener Schambehaarung bei Jungen; Risser ≥4). Wenn der Cobb-Winkel größer als 20-25° wird, ohne dass die Entwicklung des Kindes abgeschlossen wurde, wird ein Korsett (eine Orthese) vorgeschrieben, das bis zum Abschluss des Wachstums getragen wird.
Das Ziel der Behandlung mittels der Orthese ist die Vermeidung der weiteren Krümmung und der Operation. Der Anwendungsbereich sind idiopathische Skoliosen mit dem Cobb-Winkel von 25°-40° und bewiesenes Fortschreiten (Vergrößerung des Cobb-Winkels um mehr als 5° im Vergleich zum vorherigen Befund) bei Kindern, deren Entwicklung nicht abgeschlossen wurde.
Damit die Orthese wirksam sein kann, muss sie ständig getragen werden. Sie wird nur zwei Mal pro Tag für 20 Minuten abgenommen, um den Oberkörper zu strecken oder ein Bad zu nehmen, und kurz vor dem Abschluss des Wachstums kann sie bis zu 12-16 Stunden pro Tag getragen werden. Damit das Kind das richtige Tragen der Orthese akzeptiert, muss die Orthese qualitätsvoll angefertigt sein, und darf nicht größer als nötig sein. Dazu muss die Person, die den Patienten überwacht, fachkundig sein, und die richtige Orthese auswählen, sowie die Mindestperiode ihres Tragens bestimmen.
Operationen werden bei Skoliosen in schweren Fällen vorgenommen, wenn der Grad der Krümmung größer als 40°-50° ist. Die Firma „Ortosar“ hat ein erstklassiges Team, das aus einem Wirbelsäule-Spezialisten und einem Orthetiker besteht, die die modernsten Orthesenmodelle herstellen, die für die Patienten am angenehmsten sind.
Kyphose
Die Kyphose ist eine gesteigerte Krümmung der Wirbelsäule nach vorne. Von der Seite betrachtet ist eine gesunde Wirbelsäule in ihrem Brustsegment um 20-40° nach vorne gebeugt, und im Flankenbereich ist sie um 40-60° nach hinten gebeugt, so dass sie wie der verlängerte Buchstabe „S“ aussieht. Falls die Krümmung der Brustwirbelsäule 40° übersteigt, sprechen wir von Kyphose. In diesem Fall sieht die Wirbelsäule im Profil wie ein „?“ aus.
Die häufigste Form ist Schoermann Kyphose, die durch die Wachstumsstörung der Oberfläche der Wirbeln, mit daraus hervorgehendem nagelförmigem Oberkörper. Meistens tritt sie nach dem 14. Lebensjahr auf, schreitet langsam voran, und Jungen sind häufiger davon betroffen. Ein leichterer Skoliosegrad begleitet sie, und Schmerzen sind entweder nicht vorhanden oder sind minimal.
Der Unterschied zwischen Kyphose und schlechter Haltung liegt darin, dass bei schlechter Haltung der Patient seine Wirbelsäule geradestrecken kann (das Bild links), wohingegen das bei Kyphose nicht möglich ist (das Bild rechts). Wie auch bei Skoliose ist der „Beugungstest“ entscheidend, während die Röntgenaufnahme nur die Diagnose bestätigt.
Die Behandlung der Kyphose erfolgt nach denselben Kriterien wie auch die Behandlung der Skoliose. Die Orthese wird vor dem Abschluss des Wachstums getragen wenn der Krümmungsgrad 40-60° beträgt, und falls der Grad größer ist, wird eine operative Korrektur empfohlen.
TLSO Orthese
Beschreibung: Bei Herstellungstechniken der TLSO Orthesen für Skoliose und Kyphose werden thermoplastische Materialien Polyethilen oder Polyprophilen benutzt. Sie werden von einem Team hergestellt, mit obligatorischer Anwesenheit eines Arztes – Orthopäden, der aktiv an der Abdrucknahme teilnimmt. Thermoplastische Materialien mit einer Dicke von 4-6 mm können benutzt werden. Auch besondere Designs sind möglich.Eine bis vier Stützpelotten werden benutzt, je nach dem Krümmungs- und Rotationsgrad.
Anmerkung: Bei dem genannten Problem ist sehr wichtig, dass der Patient die entsprechenden Dokumente und Röntgenaufnahmen besitzt, in denen der Krümmungsgrad bestimmt ist.